Seitengang teilt Lesefreude

Die Aktion „Lesefreunde“ ist in vollem Gange! Nachdem ich am Dienstag vergangener Woche mein Buchpaket im Bielefelder Buchladen „Eulenspiegel“ abgeholt hatte (Seitengang berichtete), begann ich am Freitag, die ersten Bielefelder Institutionen anzurufen, an die ich einige Exemplare der 30 Bücher verschenke.

Erreicht hatte ich bis Montagmorgen leider nur die „Kava“ und die Bielefelder Bahnhofsmission. Zur „Kava“, dem Bethel-Treffpunkt für Menschen in besonderen Lebenslagen, bin ich am heutigen Montag gefahren. Dort gibt es ein offenes Bücherregal, in dem die geschenkten Bücher ab jetzt stehen und von den Bedürftigen mitgenommen und gelesen werden können.

Bei der Bielefelder Bahnhofsmission war ich am Samstag. Es traf sich gut, dass dort gerade der nationale Tag der Bahnhofsmissionen gefeiert wurde. Der kirchliche Dienst im Hauptbahnhof, der von der Diakonie und dem Caritasverband gemeinsam getragen wird, kümmert sich vor allem um Reisende in Notsituationen, aber auch immer mehr um Obdachlose und Suchtkranke, erklärt mir Marcel Bohnenkamp, Leiter der hiesigen Einrichtung. Außerdem sei das Angebot nun auch um die kostenlose Reisebegleitung für Kinder erweitert worden, damit Kinder getrennt lebender Eltern nicht alleine Zug fahren müssen.

„Danke für die Unterstützung! Hooray!“

Fünf Bücher bekam Bohnenkamp von mir für die Bahnhofsmission. „Ich weiß schon, was wir mit den Büchern machen“, sagte er und erzählte mir von einem Gebetsraum, einem Ort der Stille, in dem er die Bücher auslegen will. „Dort werden die Bücher nicht nur in einer Hand, sondern in vielen sein.“ Als ich ging, rief er mir noch ein „Danke für die Unterstützung!“ und schließlich ein „Hooray!“ hinterher. Besser kann Freude kaum klingen.

Samstagmittag schließlich entließ ich in meinem Lieblingscafé Meyerbeer in der ersten Etage der Buchhandlung Thalia ein Exemplar der „Schweigeminute“ via Bookcrossing in die Freiheit. Bislang ist es aber offenbar noch nicht gefunden worden.

Am Montag und Dienstag dürften auch die ersten Bücher bei den Freunden ankommen, denen ich ein Buch per Post geschickt oder gar selbst vorbei gebracht habe. Ich hoffe, sie folgen meiner Aufforderung, lassen sich mit dem Buch fotografieren und laden es auf der Seitengang-Facebook-Seite hoch. Das dürfen übrigens natürlich auch die Bielefelder Institutionen, die Bücher von mir bekommen haben!

Zeitungsartikel über die Schenk-Aktion

Außerdem habe ich auf Anfrage der Kollegen für die Bielefelder Lokalausgabe der Neuen Westfälischen Zeitung einen Artikel über meine Schenk-Aktion geschrieben (Erscheinungstag: Montag, 23. April 2012).

In den nächsten Tagen werde ich hier außerdem von den weiteren Schenk-Aktionen an die anderen Bielefelder Institutionen berichten.

Update 1: Dienstagmorgen werde ich bei der städtischen Schuldnerberatung im Neuen Rathaus erwartet. Die Mitarbeiterin wird vier Bücher von mir bekommen, die sie an Bedürftige weiterverschenken wird. Außerdem gehen am Dienstag vier Bücher an den Verein für Gefangenenbetreuung Bielefeld bei der JVA Bielefeld-Brackwede. Ich telefonierte mit dem Justizvollzugsbeamten Jörg Bade, einem Mitarbeiter des Vereins, dem ich die Bücher zusenden werde. Wahrscheinlich werden sie dann bald in der Gefängnisbücherei stehen.

Auch beim Bielefelder Jugendring erreichte ich am Montag jemanden – am Dienstag werde ich dem Dachverband fünf Exemplare der „Schweigeminute“ vorbeibringen. Jetzt fehlt nur noch der Kontakt zum Städtischen Krankenhaus, dann sind alle Bücher verteilt.

Update 2: Alle Bücher sind weg! Am Dienstagvormittag habe ich zunächst die vier Bücher zur städtischen Schuldnerberatung gebracht. Ein Exemplar wollte die Mitarbeiterin gleich selbst lesen, die anderen drei stehen zurzeit in einem Regal auf dem Flur und finden hoffentlich bald ihre Leser. Gleich danach ging’s weiter zum Bielefelder Jugendring. Die Mitarbeiterin dort hatte inzwischen meinen Zeitungsartikel entdeckt und gelesen und war bestens im Bilde. Sie sagte mir, sie habe mit den Mitarbeitern des Jugendrings gesprochen und ihnen seien schon Ideen gekommen, was sie mit den fünf Büchern anfangen werden. Schließlich fuhr ich noch zum Städtischen Krankenhaus und verschenkte die letzten beiden Exemplare an die Patientenbücherei. Jetzt fahren nur noch vier Bücher in einer Versandtasche mit mir zur Post, um sie an die JVA Bielefeld-Brackwede zu schicken.

Jetzt warte ich nur noch auf die Fotos meiner Freunde auf der Seitengang-Facebook-Seite sowie auf die Mail von Bookcrossing, dass mein Buch gefunden wurde.

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