Sherlock Holmes? Ist der nicht tot?

Kann es für einen Kriminalautoren ein besseres Lob geben, als dass er wie Sir Arthur Conan Doyle schreibe? Das Lob wiegt schwer, und doch muss sich der Leser immer wieder aufs Neue vergewissern, dass auf dem Buchdeckel Anthony Horowitz steht, der Sherlock Holmes wieder zum Leben erweckt hat.

Eine ganze Weile schon macht sich das Holmes-Fieber in der Welt wieder bemerkbar. Nach zwei Hollywood-Verfilmungen und einer gefeierten BBC-Fernsehserie, die den englischen Ermittler in die Neuzeit holte, ist es nun der englische Bestsellerautor Horowitz, dem ein Herbst- und Winterschmöker sondergleichen gelungen ist.

Trotzdem werden es ihm die eingefleischten Doyle-Fans übel nehmen, ja, sie werden ihm sogar an etlichen Stellen beweisen können, dass er eben nicht schreibe wie Doyle. Und dass es auf keinen Fall ein neuer Sherlock-Holmes-Fall ist. Andere werfen dem Autoren spöttisch eine mehr als seltsam passende Fügung vor, dass nun im derzeitigen Sherlock-Holmes-Fieber auch noch ein neuer Roman auftaucht. Doch das alles beiseite gelassen, ist Horowitz wirklich ein spannender Kriminalroman gelungen. Sherlock Holmes ist Sherlock Holmes und ermittelt mit all seiner Raffinesse, die man aus den Doyle’schen Büchern kennt. Sein treuer Freund und Biograph Dr. Watson kündigt dem Leser den wohl „dunkelsten Fall“ an, den der Detektiv jemals aufklären musste. Und wegen der besonderen Brisanz musste das Werk 100 Jahre unter Verschluss gehalten werden, bevor es nun an die Öffentlichkeit gelangen darf.

„Es war einer der letzten Novembertage des Jahres 1890 (…). Ein gnadenloser Winter hatte London im Griff, auf den Straßen war es so kalt, dass sogar die Gaslaternen wie gefroren erschienen, und das wenige Licht, das sie spendeten, wurde vom ewigen Nebel geschluckt.“ Dr. Watson, der inzwischen verheiratet, aber derzeit Strohwitwer ist, zieht vorübergehend wieder bei seinem treuen Gefährten Sherlock Holmes ein und wird mit ihm sogleich in einen neuen Fall verwickelt: Edmund Carstairs, seines Zeichens Galerist und Kunsthändler aus Wimbledon, fühlt sich von einem Mann verfolgt, in dem er den Kopf einer amerikanischen Verbrecherbande zu erkennen glaubt. Die hatte Carstairs zerschlagen lassen und fürchtet nun Rache.

Sherlock Holmes und Dr. Watson machen sich an die knifflige Arbeit und stoßen dabei auf ein Netz von Intrigen und Verschwörungen, von heimlichen Treffen und verdächtigen Personen. Und zu allem Unglück scheuen Holmes‘ Feinde nicht davor zurück, den berühmten Meisterdetektiv ins Gefängnis zu bringen: „Holmes hatte keine Ahnung, mit was für Leuten er sich da anlegte und wozu sie bereit waren, um sich zu schützen. Er hatte einen wahren Sumpf des Bösen betreten, und wir standen kurz davor, darin unterzugehen.“

Die Lösung des Hauptfalles ist, soviel darf verraten werden, überraschend, und trotzdem vermag sie auch zu enttäuschen, denn hier beschleicht den Leser der Gedanke, es sei der Phantasie des Autors kein wahrer Doyle’scher Geniestreich entsprungen. So sehr man auch Doyles Sprache nachahmen kann, so sehr man auch das London des Jahres 1890 heraufbeschwört, so sehr man sogar von der Sherlock-Holmes-Gesellschaft bei der Arbeit an dem Roman unterstützt wird, so wenig ist man doch ein Doyle. Man kann ihn bis zur Verwechslung nachahmen, aber man ist nie er selbst. Und so ist die Schwäche des Buches nicht etwa jene Arbeit des Nachahmens, sondern das Unvermögen, einen Sherlock-Holmes-Fall zu einem genialen Schluss zu bringen.

Der große Holmes-Fan Horowitz schreibt in seinem Nachwort: „Dieses Buch zu schreiben war eine große Freude, und meine einzige Hoffnung ist die, dass ich dem Original wenigstens halbwegs gerecht geworden bin.“ Bei all den kritischen Stimmen, die zu diesem Buch laut geworden sind, lässt sich dem Autoren antworten: „Anthony, das bist du, das bist du.“ In Deutschland ist Anthony Horowitz vor allem durch seine Jugendbuchreihe um den Spion Alex Rider bekannt. Außerdem hat er einige Drehbücher zu der ZDF-Krimireihe „Inspector Barnaby“ geschrieben.

Ein Lob ist dem Insel Verlag auszusprechen. Nun ist man als Leser vom Insel Verlag wunderbare Ausgaben gewöhnt, und doch soll hier gewürdigt werden, dass auf einen Schutzumschlag verzichtet worden ist, und dafür ein schwarzer Leineneinband mit weißer Prägung und dem Holmes-Profil den Roman umgibt. Dazu ein weißes Lesebändchen und ein rotes Vorsatzblatt, das ist gut gemacht. Auch gut gemacht ist die Werbearbeit des Mutterverlags Suhrkamp, der in einer breiten Facebook-Offensive auf das baldige Erscheinen aufmerksam gemacht hat.

Weniger schön dagegen ist es, dass der Lektoratsabteilung offenbar die Eselsbrücke zum Wort „brauchen“ entfallen war: Wer „brauchen“ ohne „zu“ gebraucht, braucht „brauchen“ gar nicht zu gebrauchen. So findet der kleinliche und aufmerksame Leser zumindest eine Stelle im Buch, in der nicht von der Regel Gebrauch gemacht worden ist. Das ist schade.

Wer soll nun dieses Buch lesen? Am besten: Alle. Diesem Buch sind viele Leser zu wünschen, vor allem aber jene skeptischen, die glauben, es sei Frevel, Sir Arthur Conan Doyle nachzuahmen. Es ist wahrlich ein Genuss an langen kalten Winterabenden, darin zu lesen. Und es bleibt die Frage: Wiegt das Lob wirklich so schwer, dass dieser Mann wie Sir Arthur Conan Doyle schreibt?

Anthony Horowitz: Das Geheimnis des weißen Bandes, Insel Verlag, Berlin, 2011, 352 Seiten, gebunden, 19,95 Euro, ISBN 978-3458175438

Der lachende Vaga… Vampir

Die junge Amanda Hocking ist ein Medienphänomen – sie gehört zu Amerikas sogenannten Indie-Autoren und wurde innerhalb von vier Monaten mit neun als E-Books selbst verlegten Jugendbüchern zur Auflagen- und Dollarmillionärin. Im cbt-Verlag sind nun die ersten beiden Bücher ihrer neuen Vampirsaga erschienen. Sie sind eine wahre Erfrischung nach der prüden Twilight-Serie.

Alice Bonham ist 17 Jahre alt, als sie den ersten Vampir ihres Lebens trifft. Der gibt sich natürlich nicht als solcher zu erkennen, sondern ist zunächst nur Retter in der Not, als sie und ihre beste Freundin Jane des Nachts von einigen Männern verfolgt werden. Sie flüchten in ein Parkhaus, und schon ist Jack zur Stelle.

Der Twilight-Leser erinnert sich: Bella empfand ihren Edward gleich zu Anfang als atemberaubend schön. Alice aber sieht sich zunächst nur einem „weder außergewöhnlich gut gebauten noch besonders großen“ Typen mit einem pinken T-Shirt mit der Aufschrift „Wahre Männer tragen pink“ gegenüber. Das klingt eher nach Witzfigur als nach Vampir. Doch es ist nur Alice, die Jack nicht besonders anziehend findet. Ihre Freundin Jane dagegen kann gar nicht von ihm lassen, und auch die Gäste und Bedienungen in einem American Diner sind hin und weg von diesem Typen mit dem pinken Shirt.

Jack ist sogar für den männlichen Leser zu ertragen, weil er eigentlich eine coole Socke ist – abgesehen von seiner Angewohnheit, seltsame T-Shirts zu tragen. Aber er hat einen außergewöhnlich guten Musikgeschmack und ist Fan von Bands wie The Cure, The Ramones, Joy Division, Smashing Pumpkin und Motion City Soundtrack.

Und erfreulicherweise sind die Vampire nicht so prüde wie die Twilight-Blutsauger. Das heißt, bei Amanda Hocking wird offen über Sex gesprochen, und auch Homosexualität wird zu einem ernsten Thema.

Was aber ist der Zauber dieser Vampirromanze, wenn Alice Jack nicht besonders anziehend findet? Nun, da ist ja auch noch Peter, Jacks Bruder. Und als Alice Jacks Vampir-Familie kennenlernt, begegnet sie auch Peter – und ist schockiert darüber, wie sie reagiert: „Eigentlich hatte mich Peter nur angesehen, doch sein Blick hatte eine verheerende Wirkung auf mich gehabt. Etwas in mir wollte ihn mit aller Macht, doch ich musste dagegen ankämpfen.“ Es ist ihr Blut, das auf Peter reagiert. Und die Vampirfamilie versteht die Welt nicht mehr, denn das gab es noch nie: Der eine Bruder reagiert auf ihr Blut, und der andere verliebt sich in sie. Und Alice? Die lässt sich mehr und mehr auf Jack ein, weil sie von Peter nur Hass erntet.

Das bietet selbstverständlich genug Potential für mehr als nur einen Vampirroman. Und deshalb folgen dem ersten drei weitere Bände. Band zwei ist bereits erschienen, die Bände drei und vier kommen im April 2012 in die Buchläden.

Doch es gibt auch Kritikpunkte. Jack erinnert den Leser von Seite zu Seite immer mehr an den Lachenden Vagabunden, den die junge Leserschaft von Amanda Hocking allerdings kaum noch kennen dürfte. Hocking lässt Jack jedenfalls derart oft lächeln oder lachen, dass es mitunter auch nerven kann.

Außerdem ist auch bei diesem Buch ärgerlicherweise die mittlerweile verbreitete Unart zu beobachten, in der deutschen Übersetzung die amerikanischen Eltern mit Mom und Dad zu bezeichnen.

Den Freunden von leichten Vampirromanzen sei die Buchserie „Unter dem Vampirmond“ jedenfalls empfohlen, den Vergleich mit Twilight muss sie nicht scheuen. Wer es etwas skurriler mag, sollte sich jedoch besser an die Radleys halten.

Amanda Hocking: Versuchung (Unter dem Vampirmond, Bd. 1), cbt Verlag, München, 2011, 319 Seiten, broschiert, 12,99 Euro, ISBN 978-3570161357

Todesursache: Ertrunken an Selbstmitleid

Als Irene bemerkt, dass ihr Mann Gil heimlich ihr Tagebuch liest, heckt sie einen bitterbösen Plan aus. Fortan schreibt sie zwei Tagebücher: Das rote, das für die Augen ihres Mannes bestimmt ist, und ein blaues, dem sie ihre wirklichen Gedanken anvertraut. Eine Idee, aus der ein guter Roman hätte werden können. Die Amerikanerin Louise Erdrich aber verzettelt sich.

Gil und Irene – nach außen hin sind sie das perfekte Ehepaar. Er der erfolgreiche Maler, sie seine Muse, dazu drei Kinder und zwei Hunde. Doch innen gärt es. Irene ist unglücklich und will die Trennung. Da kommt ihr die Entdeckung, dass Gil ihr Tagebuch liest, gerade recht. In ihrem roten Tagebuch erfindet sie Affären mit anderen Männern und schreibt sogar, dass jedes ihrer drei Kinder von einem anderen Mann, aber keines von Gil stamme. Sie will ihn verletzen und vertreiben. Das wiederum notiert sie in ihrem echten Tagebuch, dem blauen, das sie in einer Bank schreibt und dort in einem Schließfach aufbewahrt.

Diese zwei parallelen Tagebuchwelten wären eine hervorragende Grundlage für einen tollen Roman über eine Ehe, die sich ausgelebt hat. Aber Erdrich lässt die Tagebuchwelten zu sehr in den Hintergrund treten. Stattdessen übernimmt der Erzähltext die Hauptrolle und erklärt dem Leser in teilweise schwülstigen Sätzen, was Irene bewegt. Das allerdings ist selten nachvollziehbar.

Irene trägt offenbar schwer an der Ehe mit Gil. Sie greift beherzt zur Weinflasche, auch ihren Kindern bleibt das nicht verborgen. Zu denen hat sie überhaupt eine besonders enge Bindung; Gil dagegen unterstellt sie Gleichgültigkeit. So trägt sie ihrem Mann immer noch nach, dass der die Fernsehbilder im Krankenhaus spannender fand als die Geburt seines jüngsten Sohnes, der am 11. September 2001 zur Welt kam. Und noch immer schäumt sie über vor Wut, wenn sie daran denkt, wie er immer wieder zum Fernseher ging, obwohl sie ihn bat, nicht zu gehen, weil sie jetzt seinen Sohn bekäme.

Ja, Irene und Gil leiden sehr in ihrer Ehe. Beide ertrinken geradezu in ihrem Selbstmitleid, wenn gerade kein Alkohol zur Hand ist. Ein Lichtblick in dieser Erzählung ist sicher der Besuch bei der Paartherapeutin, der zumindest komödiantische Anwandlungen hat und dem Leser ein Lächeln abringt. Denn über weite Strecken ist dieses Buch eher eine langweilige Mixtur aus unausgereiften Ideen.

Da hilft es auch nicht mehr, dass der Leser Einblick in die indianische Kultur erhält. Denn Irene und Gil stammen beide, wie auch die Autorin selbst, von Indianern ab. Es ist eines der wenigen Dinge, die Gil und Irene nach langen Jahren der hasserfüllten Liebe noch verbindet. Am Ende reicht es nicht, um das Buch lesenswert zu machen.

Schließlich, und soviel soll vorweggenommen werden dürfen, ertrinken beide tragisch an ihrem Selbstmitleid.

Louise Erdrich: Schattenfangen, Suhrkamp Verlag, Berlin, 2011, 239 Seiten, gebunden, 17,90 Euro, ISBN 978-3518422236

Goethe ruft an? Lass es klingeln!

„Goethe ruft an“, das ist nicht nur der Titel, sondern zugleich auch der erste Satz von John von Düffels neuem Roman, in dem viel über die Qualität eines ersten Satzes gestritten wird. Goethe ist allerdings gar nicht der Goethe, sondern er wird von dem namenlosen Erzähler nur so genannt: „Weil er so sehr Goethe ist, wie man heute nur sein kann. Ein Klassiker gleichsam zu Lebzeiten.“ Goethe, das ist der erfolgreiche, beliebte Schriftsteller, dem einfach alles gelingt. „Vor Elvis war nichts“, sagte John Lennon einst. Ähnlich tief verneigt sich auch der Erzähler vor diesem Goethe, der nicht Goethe ist.

Und genau dieser Mann, dieser überaus erfolgreiche Schriftsteller-Gott, ruft nun beim Erzähler an, der schon seit langer Zeit nichts Großartiges mehr zu Papier gebracht hat. Er sei gezwungen, nach China zu reisen, weil sein neustes Buch dort so überaus groß gefeiert werde, dass man ihn nun höchstselbst vor Ort wissen wolle, sagt Goethe. Er benötige deshalb einen Vertreter, der für ihn den Schreibkurs in der Lausitz übernehme. In wortreichen Erklärungen vermittelt Goethe seinem Freund und Schriftstellerkollegen die Wichtigkeit dieses Kurses, den er selbst wiederholt und selbstverständlich erfolgreich geleitet habe. Der Erzähler nimmt an und bekommt als Hilfestellung ein Goethe-Manuskript, von dem es nur dieses eine gibt. Darin: Die Wahrheit, wie man erfolgreich schreibt. Die Goethe-Formel. Als Goethes Assistentin – sinnvollerweise nennt der Erzähler sie Frau Eckermann – ihm das wertvolle Manuskript nach Hause bringt, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Von Düffel legt seinen Roman als Satire an. Und teilweise ist das auch herrlich zu lesen, wie dort in der Lausitz die Schreibkurs-Teilnehmer nach Perfektion suchen: Der Kritiker Schwamm, der das Buch des Erzählers in einer bösen Rezension verrissen hat, aber selbst schon am ersten Satz für sein eigenes Buch scheitert, weil er dermaßen hohe Maßstäbe für das literarische Schaffen setzt. Marlies Rottenmeier, die sich der Naturlyrik verschrieben hat, und ihr Mann Hermann, der das Schweigen gelernt hat, wenn seine Frau spricht. Und Hedwig, die Unterhaltungsromane für die Bahnhofsbuchhandlung am laufenden Meter produziert und unfassbar schöne Beine hat. So skurril die Figuren gezeichnet sind, so sehr fehlt es ihnen an der Tiefe, in die sie selbst literarisch eindringen wollen. Es ist ein Buch vom Zweifeln und Verzweifeln, aber auch zum Verzweifeln.

Trotzdem, das ist alles mitunter wunderbar zu lesen, weil es auch von Düffels Wortwahl ist, die so begeistern kann. Kritiker sprechen von einer Virtuosität, die er auch in diesem Roman zeigen kann. Doch so virtuos hier mit Worten jongliert wird, so lähmend und nervend ist es auf Dauer. Besonders wenn Goethe anruft, wünscht sich der Leser schnell: Oh, möge er doch wieder auflegen! Deshalb merke: Wenn Goethe anruft, lass es besser klingeln!

Der Erzähler hingegen stammelt mehr vor sich hin, als dass er Sinnvolles beizutragen weiß. Ein „Äh“ ergibt das andere. Die Gespräche der übrigen Charaktere werden bis zum Ende ausgeschlachtet, weil sich der Witz gerade in diesen Dialogen entwickelt. Dort entlarven sich die Ewigsuchenden selbst. Doch der Leser braucht dazu einen langen Atem. Das hätte John von Düffel beachten sollen, seinen Lesern zuliebe, ist er selbst doch der Autor, der sich mit dem Wasser auskennt, wie seine bisherigen Werke gezeigt haben. Und auch in diesem Roman geht es viel um Wasser. Es gibt eine Kahnfahrt, und es wird auch einiges erschwommen und getaucht.

Der Leser allerdings muss leider zu lange im Wörtersee schwimmen. 320 Seiten sind für diesen Roman einfach zu viel.

John von Düffel: Goethe ruft an, DuMont Buchverlag, Köln, 2011, 320 Seiten, gebunden, 19,99 Euro, ISBN 978-3832196493